Sternbild Großer Hund

Steckbrief

Lateinischer Name
Canis Major
Hemisphäre
Südliche Hemisphäre
Sichtbarkeit
November - April
Fläche
380 deg²
Hellster Stern
Sirius (HIP Nummer 32349)
Besonderheit
Mehrere offene Sternhaufen, ein Gasnebel
Sternbild Großer Hund

Der Große Hund (lat. Canis Major) ist eines von 48 Konstellationen, die bereits in der Antike von dem griechisch-römischen Astronom Ptolemäus beschrieben wurden. Neben dem hellsten Stern am Nachthimmel, beinhaltet das Sternbild auch einige interessante Deep-Sky-Objekte.

Hemisphäre, Sichtbarkeit und Fläche

Der Große Hund liegt in der südlichen Hemisphäre und ist von der Südhalbkugel aus allen Regionen sichtbar. Nördlich des Äquators zeigt es sich bis 57. Breitengrad. Das entspricht in etwa Orten, wie beispielsweise Riga (Lettland) oder Aalborg (Dänemark).

Auf der Südhalbkugel sind die besten Monate zum Beobachten des Sternbilds von November bis April. Von der Nordhalbkugel kann es hingegen nur zwischen Dezember und März gesehen werden. In diesem Zeitraum zeigt es sich knapp über dem Horizont.

Die Sternkonstellation hat eine Fläche etwa 380 Quadratgrad und ordnet sich damit im Mittelfeld aller 88 Sternbilder ein.

Es gibt unterschiedliche Visualisierungen des Großen Hundes. In einigen werden lediglich die hellsten Sterne miteinander verbunden und bilden eine gebogene Linie. In anderen Darstellungen werden weitaus mehr Sterne eingebunden, sodass sich ein vollständiger Hund ergibt.

Die Konstellation am Nachthimmel zu finden ist aufgrund von einer Reihe sehr auffälliger Sterne nicht schwer. Insbesondere ein Stern sticht hervor.

Sirius (lat. α Canis Majoris) ist nicht nur der hellste Stern im Großen Hund, er ist auch der hellste Stern am gesamten Nachthimmel.

Es handelt sich hierbei um ein Doppelsternsystem mit einer scheinbaren Helligkeit von circa -1,5 mag. Sirius‘ Alter wird auf etwa 240 Millionen Jahre geschätzt. Damit gehört es zu den jüngeren Sternsystemen.

Um den Großen Hund am Nachthimmel zu finden, ist es auch hilfreich nach angrenzenden Konstellationen Ausschau zu halten. In direkter Nachbarschaft liegen die Sternbilder Einhorn, Hase, sowie Taube und Achterdeck des Schiffes.

Das markante Sternbild Orion grenzt nicht direkt an, jedoch liegt es in unmittelbarer Nähe. Der Große Hund liegt südöstlich dieser Sternkonstellation.

Besonderheiten im Sternbild

Im westlichen Teil des Großen Hundes durchzieht sich die Milchstraße. Dies sorgt für einige offene Sternhaufen in dem Sternbild. Und auch ein bekannter Gasnebel kann beobachtet werden.

Einer der offenen Sternhaufen ist M41 (Messier 41) oder auch Kleiner Bienenkorb genannt. Die Bezeichnung M41 kommt von dem französischen Astronom Charles Messier und die Aufnahme in den gleichnamigen Katalog für neblige Objekte.

M41 liegt unterhalb des Sterns Sirius und kann aufgrund seiner Ausdehnung bereits mit dem bloßen Auge entdeckt werden. In einem kleinen Teleskop oder Fernglas werden circa 40 einzelne Sterne sichtbar. In einem großen Teleskop können sogar bis zu 100 Sterne wahrgenommen werden. Die Entfernung wird auf etwa 2.400 Lichtjahre geschätzt.

Weiter südlich in der Nähe des Sterns Wezen befindet sich der noch hellere Sternhaufen NGC 2362 oder auch Tau Canis Majoris. Er liegt in etwa 4.400 Lichtjahren Entfernung und gehört zu den jüngsten offenen Sternhaufen der Milchstraße.

Dieser Sternhaufen ist ebenfalls bereits in einem Fernglas oder kleinen Teleskop wahrnehmbar.

Auch ein Gasnebel befindet sich im Bereich des Großen Hundes. NGC 2359, auch bekannt als Entennebel, wurde im Jahr 1785 vom deutsch-britischen Astronom William Herschel entdeckt und schließlich 1877 katalogisiert.

Er liegt in etwa 15.000 Lichtjahren Entfernung und zeigt sich optisch als weiß-bläulicher Nebel mit einem rotschimmernden Nebel am Rande.

Gasnebel NGC 2359,  Entennebel
Gasnebel NGC 2359, Entennebel

Geschichte und Mythologie

Der Große Hund ist ein klassisches Sternbild der Antike zu dem es verschiedene Schilderungen gibt. Eine Erzählung besagt, dass er gemeinsam mit dem Kleinen Hund die Jagdhunde des Orion verkörpert.

Bereits im dritten Jahrhundert vor Christus wurde der Große Hund als Wachhund des Orion beschrieben. Im Gedicht „Phainomena“ erzählt der Dichter Aratos von Soloi wie der Hund mit Sirius im Maul dem Orion treu auf seinen Hinterbeinen folgt.

Der Erzählung des griechischen Astronoms Eratosthenes von Kyrene nach, handelt es sich bei dem Sternbild um den Hund Lailaps. Lailaps war ein besonders schneller Jagdhund, dessen Beute keine Chance hatte zu entkommen.

Zunächst schenkte Zeus den Hund seiner Geliebten Europa. Später schenkte ihr Sohn Minos den Hund der Prinzessin Prokris von Athen.

Prinzessin Prokris heiratete den Jäger Kephalos, der sie jedoch unglücklicherweise auf einer Jagd tötete. Er verwechselte seine Gattin mit einem Reh und erstach sie mit seinem Speer.

Als Strafe wurde Kephalos in die griechische Stadt Theben, in welcher eine verzauberte Füchsin ihr Unwesen trieb, verstoßen. Die Füchsin konnte aufgrund eines göttlichen Zaubers nicht eingefangen werden und richtete mit ihrer Jagd auf Vieh und Wild zu jener Zeit großen Schaden an.

Kephalos wollte den verzweifelten Einwohnern Thebens helfen und setzte seinen besonderen Hund Lailaps auf die Füchsin an. Doch auch dieser konnte sie nicht fangen.

Schließlich beendete Kephalos die erfolglose Jagd und setzte seinen Hund Lailaps als Sternbild in den Himmel.

Die Ägypter und Römer interpretierten den Großen Hund hingegen anders.

Während in Ägypten das Sternbild als Verkörperung des schakalköpfigen Totengotts Anubis interpretiert wurde, sahen die Römer in dem Großen Hund den Wachhund des Totenreichs.

Der Wachhund des Totenreichs hatte den Namen Cerberos und ließ stets freundlich jeden in das Totenreich ein, aber niemanden wieder heraus.