Sternbild Achterdeck des Schiffes

Steckbrief

Lateinischer Name
Puppis
Hemisphäre
Südliche Hemisphäre
Sichtbarkeit
Januar - Mai
Fläche
673 deg²
Hellster Stern
Naos (HIP Nummer 39429)
Besonderheit
Mehrere offene Sternhaufen, ein Kugelsternhaufen, ein planetarischer Nebel
Sternbild Achterdeck des Schiffes

Das Sternbild Achterdeck des Schiffes (lat. Puppis) ist auch bekannt unter den Namen Hinterdeck des Schiffes oder Hinterteil des Schiffes. Es ist eines der 48 Sternbilder, die bereits in der Antike von dem griechisch-römischen Astronom Ptolemäus beschrieben wurden.

Es liegt im südlichen Nachthimmel und beinhaltet sowohl vier helle Sterne als auch mehrere Deep-Sky-Objekte.

Hemisphäre, Sichtbarkeit und Fläche

Das Achterdeck des Schiffes liegt südlich des Himmelsäquators und kann aufgrund dessen nur aus südlichen Regionen wahrgenommen werden. Es ist ungefähr ab dem 38. nördlichen Breitengrad sichtbar. Das bedeutet es kann von allen Orten, die südlicher als beispielsweise Lissabon (Portugal), Seoul (Südkorea) oder San Francisco (USA) liegen, beobachtet werden. Der beste Zeitraum hierfür ist Januar bis Mai.

Das Sternbild streckt sich über 673 Quadratgrad und liegt östlich des Großen Hundes. Auch die Konstellationen Einhorn, Taube, Kiel des Schiffes, Segel des Schiffes, sowie Schiffskompass und Nördliche Wasserschlange zählen zu der Nachbarschaft.

Der hellste Stern Naos (lat. ζ Puppis) ist ein sehr heller Riese mit einer scheinbaren Helligkeit von circa 2,21 mag. Seine Entfernung zur Erde ist rund 1.100 Lichtjahre. Im Vergleich mit der Sonne ist sein Durchmesser 40-mal größer, er umfasst das 60-fache an Masse und hat eine 790.000-fache Leuchtkraft.

Besonderheiten im Sternbild

Durch den westlichen Bereich des Sternbilds zieht sich die Milchstraße. Daher befinden sich im Achterdeck des Schiffes mehrere offene Sternhaufen, ein Kugelsternhaufen und ein planetarischer Nebel.

Einer der Sternhaufen ist NGC 2437 oder auch M46 (Messier 46). Er ist rund 5.400 Lichtjahre entfernt und enthält Sterne, die etwa 300 Millionen Jahre alt sind. In einem Teleskop lässt er sich in viele Einzelsterne auflösen.

Im nördlichen Bereich von M46 liegt der planetarische Nebel NGC 2438. Optisch wirken beide Objekte als zusammengehörig, jedoch ist der Nebel rund 2.500 Lichtjahre weiter entfernt.

Beide Objekte liegen im Norden des Sternbildes in der Nähe des angrenzenden Einhorns.

Offener Sternhaufen M46 mit planetarischem Nebel NGC 2438

Der Kugelsternhaufen hat die Katalognummer NGC 2298. James Dunlop entdeckte ihn im Mai 1826. Er ist nicht besonders hell und auffällig.

Geschichte und Mythologie

Der Ursprung des Sternbild Achterdeck des Schiffes liegt in der griechischen Mythologie und dem heute nicht mehr anerkannten Sternbild Argo Navis.

Denn Argo Navis war das Schiff mit dem der Held Jason, ein Sohn des Königs Aison von Thessaelien, nach Kolchis reiste. Dort versuchte er zusammen mit seinen Begleitern, den Argonauten, an das Goldene Vlies zu gelangen. Das Goldene Vlies war das Fell des Widders Chrysomeles, der nicht nur sprechen, sondern auch fliegen konnte.

Diese gefährliche Reise musste Jason auf sich nehmen, da sein machthungriger Halbbruder Pelias ihn um seine Thronfolge gebrachte hatte. Nur durch Übergabe des Goldenen Vlies an Pelias sollte er wieder zurück auf den Thron kommen. Durch diese scheinbar unmögliche Aufgabe erhoffte Pelias seinen Halbbruder Jason loszuwerden. Denn das Goldene Vlies wurde von einem bedrohlichen Drachen bewacht, dessen Kampf nicht selten tödlich endete.

Letztendlich schaffte es Jason jedoch mit Hilfe der Königstochter Medea zum Besitz des Fells. Zu Ehren aller Beteiligten wurden das Schiff Argo Navis und das Goldene Vlies als Sternbilder in den Himmel gesetzt. Letzteres wurde als Konstellation Widder eingeführt.

Im Jahr 1763 wurden die beiden Sternbilder im Zuge der Neudefinierung durch den französischen Astronom Nicolas de Lacaille aufgeteilt. Denn diesem war die große Konstellation des Argo Navis zu unübersichtlich. So teilte er es schließlich in Achterdeck des Schiffes, Segel des Schiffes und Kiel des Schiffes auf.