Sternbild Adler

Steckbrief

Lateinischer Name
Aquila
Hemisphäre
Beide Hemisphären
Sichtbarkeit
Mai - September
Fläche
652 deg²
Hellster Stern
Altair (HIP Nummer 97649)
Besonderheit
Mehrere planetarische Nebel, verschiedene Sternhaufen, eine Balkenspiralgalaxie, eine Dunkelwolke
Sternbild Adler

Der Adler (lat. Aquila) ist eines von 48 antiken Sternbildern, die von dem griechisch-römischen Astronom Ptolemäus beschrieben wurden.

Er ist ein sehr markantes und auffälliges Sternbild, was vor allem an einem besonderen Stern liegt. Aber auch einige Deep-Sky-Objekte machen den Adler sehr interessant.

Hemisphäre, Sichtbarkeit und Fläche

Der Adler streckt sich über den Himmelsäquator und kann aufgrund dessen aus beiden Hemisphären beobachtet werden.

Er ist von allen Orten, die zwischen den Breitengraden 79°N und 72°S liegen, sichtbar. Er kann also nahezu weltweit betrachtet werden. Lediglich in besonders nördlichen und südlichen Regionen zeigt er sich nicht. Die Monate Mai bis September bieten die beste Möglichkeit den Adler zu beobachten.

Die Sternkonstellation hat eine Fläche von etwa 652 Quadratgrad. Damit nimmt es den 22. Rang im Vergleich aller anderen 88 Sternbilder ein.

Wenngleich in der Konstellation lediglich drei helle Sterne liegen, lässt sich der Adler gut finden. Dies könnte vor allem an dem Stern Altair (lat. α Aquilae) liegen.

Altair hat eine scheinbare Helligkeit von circa 0,76 mag und ist damit der zwölfhellste Stern am gesamten Nachthimmel.

Die beiden anderen hellen Sterne sind Tarazed (lat. γ Aquilae) und Alshain (lat. β Aquilae). Sie liegen ober-, sowie unterhalb von Altair und bilden gemeinsam den Kopf des Adlers.

An der Konstellation grenzen insgesamt neun andere Sternbilder. Dazu gehören der Pfeil, Herkules, der Schlangenträger, sowie die Schlange (Schwanz) und das Schild. Aber auch der Schütze, der Steinbock, sowie der Wassermann und der Delfin grenzen an ihm.

Besonderheiten im Sternbild

Durch den Adler zieht sich das Band der Milchstraße, welche für eine Reihe von interessanten Objekten sorgt.

So liegen in dem Bereich des Sternbildes einige planetarische Nebel, offene Sternhaufen und Kugelsternhaufen. Auch eine Balkenspiralgalaxie, sowie eine Dunkelwolke lassen sich beobachten. Daneben gibt es auch ein Supernovaüberrest und eine Hochgeschwindigkeitswolke.

Einer von rund zehn planetarischen Nebeln im Adler ist der NGC 6751. Er ist auch unter dem Namen Glowing-Eye-Nebel bekannt. Den Eigennamen bekam er aufgrund seiner Optik. Denn auf hochauflösenden Fotografien wirkt er wie eine Iris.

Der planetarische Nebel liegt in ungefähr 6.500 Lichtjahren Entfernung. Als Zentralstern hat er einen weißen Zwerg, dessen scheinbare Helligkeit 14 mag beträgt. Er liegt in der Nähe des Sterns λ Aquilae.

Planetarischer Nebel NGC 6751
Planetarischer Nebel NGC 6751, Autor: NASA, The Hubble Heritage Team (STScI/AURA), Quelle: https://hubblesite.org/contents/news-releases/2000/news-2000-12.html

Der hellste offene Sternhaufen im Adler ist der NGC 6709. Er hat eine scheinbare Helligkeit von 6,7 mag und liegt in etwa 3.500 Lichtjahren Entfernung. In einem kleineren Teleskop lassen sich rund 40 Sterne erkennen. Er liegt nordöstlich in der Nähe des angrenzenden Sternbilds Herkules.

Neben mehreren offenen Sternhaufen, beinhaltet das Sternbild auch einige Kugelsternhaufen. Diese lassen sich jedoch erst mit größeren Instrumenten beobachten und erscheinen dort zunächst als nebliger Fleck.

Auch eine Balkenspiralgalaxie befindet sich im Adler. Im August 1788 entdeckte der deutsch-britische Astronom William Herschel die NGC 6814. Sie ist jedoch nicht besonders hell und auffällig.

Etwas nordwestlich des Sterns Tarazed befindet sich die Dunkelwolke „Barnard 142 / 143“. Es handelt sich hierbei um eine Staubwolke, die die dahinter liegenden Sterne bedeckt. Bereits mit einem Fernglas kann die Dunkelwolke wahrgenommen werden. Sie erscheint ungefähr in der Größe eines Vollmondes.

Geschichte und Mythologie

Es gibt mehrere Deutungen des mythologischen Ursprungs.

In einer Version der griechischen Mythologie spiegelt das Sternbild den Adler des olympischen Gottes Zeus wider. In dieser wurden dem Adler viele verschiedene Aufgaben auferlegt.

Jeden Blitz, den Zeus auf die Erde warf, sollte der Adler wieder in den Himmel holen. Auch den Königssohn Ganymed entführte er aus Troja. Er flog ihn zum Olymp, da er dort den Göttern dienen sollte. Außerdem sollte der Adler Zeus vor den Pfeilen des Amors schützen, um ihn von Liebeleien auf Erden abzuhalten.

Laut einiger Erzählungen konnte der Adler seinen Aufgaben nicht nachkommen. Aufgrund dessen wurde er als Sternbild in den Himmel gesetzt.

Eine andere Version berichtet von dem Adler Ethon, der täglich von der Leber des gefesselten Prometheus fraß. Prometheus war unsterblich und konnte den Qualen nicht entkommen. Schließlich rettete Herkules ihn, in dem er den Adler mit einem Giftpfeil tötete.