Sternbild Fliegender Fisch

Steckbrief

Lateinischer Name
Volans
Hemisphäre
Südliche Hemisphäre
Sichtbarkeit
Dezember - Februar
Fläche
141 deg²
Hellster Stern
β Volantis (HIP Nummer 41312)
Besonderheit
Zwei Galaxien
Sternbild Fliegender Fisch

Die Konstellation Fliegender Fisch (lat. Volans) ist ein kleines Sternbild des Südhimmels. Es ist sehr unauffällig, aber dennoch leicht am Nachthimmel zu finden. Es beinhaltet zwei spannende Deep-Sky-Objekte.

Hemisphäre, Sichtbarkeit und Fläche

Der Fliegende Fisch liegt in der südlichen Hemisphäre und kann von allen Orten der Südhalbkugel gesehen werden. Nördlich des Äquators zeigt es sich jedoch nur bis zum 14. Breitengrad. Das entspricht ungefähr Ortschaften wie El Salvador, den Kap Verden oder Bangkok in Thailand.

Die Monate Dezember bis Februar bieten die besten Bedingungen das Sternbild am Nachthimmel zu beobachten.

Die Konstellation erstreckt sich über eine Fläche von 141 Quadratgrad und gehört damit zu den kleinsten am Nachthimmel. Im Vergleich zu den anderen 88 Sternbildern nimmt es mit seiner Größe den 76. Rang ein.

Es gibt unterschiedliche Visualisierungen des Sternbilds. In vielen Darstellung liegen zwei Dreiecke gegenüber mit einer Sternenkette aus der Mitte heraus. Die Dreiecke stellen dabei die Flügel und die Sternenkette den Körper des Fisches dar. Andere Abbildungen zeigen den Fliegenden Fisch als ungleichmäßiges Viereck mit eine Sternenkette.

Im Fliegenden Fisch befinden sich keine besonders auffälligen Sterne. Keiner von ihnen ist heller als die dritte Größenklasse. Der Hellste hat gerade mal eine scheinbare Helligkeit von 3,77 mag. Es handelt sich hierbei um einen Orange leuchtenden Stern in etwa 108 Lichtjahren Entfernung. Sein Name ist β Volantis.

Um die Konstellation am Nachthimmel zu finden, lohnt es sich nach dem sehr hellen Stern Miaplacidus (lat. β Carinae) Ausschau zu halten. Denn dieser liegt in unmittelbarer Nähe des Fliegenden Fisches. Er ist Teil des nördlichen angrenzenden Sternbilds Kiel des Schiffes.

Andere Nachbarn sind die Konstellationen Maler und Schwertfisch, sowie der Tafelberg und das Chamäleon.

Besonderheiten im Sternbild

Im Fliegenden Fisch befinden sich zwei interessante Galaxien; eine Balkenspiralgalaxie und eine Spiralgalaxie.

Die Balkenspiralgalaxie NGC 2442 (auch NGC 2443) ist auch unter dem außergewöhnlichen Namen Fleischerhaken-Galaxie bekannt. Sie wurde im Dezember 1834 von dem britischen Astronom John Herschel entdeckt.

Sie besteht aus zwei asymmetrischen Spiralarmen, die in einer S-Form miteinander verbunden sind. Dabei lassen junge Sterne Teile der Nebelregionen rötlich erleuchten. Andere Bereiche erstrahlen in Lilatönen.

Die Entfernung der Balkenspiralgalaxie zur Milchstraße wird auf 56 Millionen Lichtjahre geschätzt. Sie hat ein Durchmesser von etwa 120.000 Lichtjahren.

Balkenspiralgalaxie NGC 2442
Balkenspiralgalaxie NGC 2442, Autor: ESO (European Southern Observatory), Quelle: http://www.eso.org/public/images/eso1115a/, Originalbild wurde zugeschnitten

Die Spiralgalaxie NGC 2397 hat hingegen nur einen Durchmesser von circa 40.000 Lichtjahren. Sie liegt rund 52 Millionen Lichtjahre von der Milchstraße entfernt und wurde ebenfalls von dem britischen Astronom John Herschel entdeckt.

Im Kern befinden sich überwiegend ältere Sterne in gelb und rot. Die äußeren Arme bestehen vermehrt aus jüngeren, bläulichen Sternen und Staubwolken.

Geschichte

Als Ende des 16. Jahrhunderts erstmals eine niederländische Flotte zu den sagenhaften Gewürzinseln (heute Indonesien) reist, um dort neue Handelsbeziehungen zu schließen, hat die Besatzung eine weitere wichtige Aufgabe.

Denn der Astronom Peter Plantius möchte das genauere Daten über den Sternenhimmel gesammelt werden. Daher vermaßen der Kartograph Frederick de Houtman und der niederländischen Navigator Pieter Dierkzoon Keyser die Positionen von 135 Sternen.

Daraus wurden 12 neue Sternbilder definiert. Eins davon ist der Fliegende Fisch. Die Inspiration hierfür gaben ihnen die fliegenden Fische, denen sie auf dem Weg ihrer Reise begegneten.