Sternbild Fliege

Steckbrief

Lateinischer Name
Musca
Hemisphäre
Südliche Hemisphäre
Sichtbarkeit
Februar - April
Fläche
138 deg²
Hellster Stern
α Muscae (HIP Nummer 61585)
Besonderheit
eine Dunkelwolke, mehrere Sternhaufen, ein planetarischer Nebel
Sternbild Fliege

Die Konstellation Fliege (lat. Musca) ist ein kleines Sternbild des Südhimmels. Sie ist relativ leicht am Nachthimmel zu finden und beinhaltet einige interessante Objekte zum Beobachten.

Hemisphäre, Sichtbarkeit und Fläche

Die Fliege liegt in der südlichen Hemisphäre und ist aufgrund ihrer Lage nur bis 14° nördlicher Breite sichtbar. Das entspricht in etwa Regionen, wie beispielsweise Kap Verden, El Salvador oder Bangkok (Thailand). Auf der Südhalbkugel kann es von allen Orten gesehen werden.

Der optimale Zeitraum zum Beobachten des Sternbilds ist von Februar bis April.

Das Sternbild streckt sich über eine Fläche von 138 Quadratgrad und gehört damit zu den kleinsten Konstellationen am Nachthimmel. Im Vergleich zu allen 88 Sternbildern nimmt sie mit ihrer Größe Rang 77 ein. Nichtsdestotrotz ist sie nicht schwer zu finden.

Denn der hellste Stern in der Konstellation strahlt mit einer scheinbaren Helligkeit von etwa 2,69 mag hell am Nachthimmel. Sein Name ist α Muscae und es handelt sich dabei um einen blauen Überriesen. Seine Leuchtkraft ist 5.000-fach intensiver als die unserer Sonne. Der Stern ist circa 320 Lichtjahre von der Erde entfernt.

Auch die Form ist sehr einprägsam. In einigen Visualisierungen bilden vier Sterne eine Art Trapez mit einer Sternkette, die sich nach Nordosten erstreckt. Andere Abbildungen zeigen die Fliege als Dreieck mit einem leichten Knick an der kurzen Seite. Die Form könnte dabei an einen Papierflieger erinnern.

Die Fliege liegt südlich der Sternbilder Kreuz des Südens und Zentaur. Im Osten grenzt die Konstellation Kiel des Schiffes, während im Süden das Chamäleon liegt. Im Westen grenzen der Paradiesvogel und der Zirkel.

Besonderheiten im Sternbild

Durch die Fliege zieht sich die sternreiche Milchstraße, welche für eine Reihe von interessanten Deep-Sky-Objekten sorgt. Neben einer Dunkelwolke gibt es zwei Kugelsternhaufen, sowie zwei offene Sternhaufen und einen planetarischen Nebel.

Bei der Dunkelwolke handelt sich um ein schwarzes Loch in etwa 500 bis 600 Lichtjahren Entfernung. Sie ist auch unter dem Namen Kohlensack bekannt und eine der bekanntesten Dunkelwolken am Nachthimmel.

Einer der beiden Kugelsternhaufen ist der NGC 4833. Er hat eine scheinbare Helligkeit von etwa 7,4 mag. Seine Entfernung zur Sonne wird mit circa 19.000 Lichtjahren angegeben. NGC 4833 liegt an der Grenze zu der Sternkonstellation Kreuz des Südens und kann schon in einem kleineren Fernglas wahrgenommen werden.

Die beiden offenen Sternhaufen wurden in den Jahren 1834 und 1835 von dem britischen Astronom John Herschel entdeckt. Sie sind beide eher unauffällig.

Der planetarische Nebel trägt die Katalognummer NGC 5189. Der schottische Astronom James Dunlop entdeckte ihn im Juli 1826. Mit einer scheinbaren Helligkeit von etwa 9,7 mag ist er nicht besonders hell. Dennoch kann er in einem kleinen Teleskop bereits wahrgenommen werden.

Planetarischer Nebel NGC 5189
Planetarischer Nebel NGC 5189, Autor: NASA, ESA and the Hubble Heritage Team (STScI/AURA), Quelle: https://esahubble.org/news/heic1220/

Geschichte und Mythologie

Ende des 16. Jahrhunderts reiste eine niederländische Flotte zu den legendären Gewürzinseln (heute Indonesien), um neue Handelsbeziehungen zu erschaffen. Im Auftrag des Astronom Peter Plantius sollten dabei genauere Daten der Sterne gesammelt werden.

So kam es, dass der Kartograph Frederick de Houtman und der niederländischen Navigator Pieter Dierkzoon Keyser die Positionen von 135 Sternen vermaßen.

Schließlich definierten die beiden 12 neue Sternbilder. Darunter ist auch die heutige Fliege, die damals zunächst mit dem Namen Biene beschrieben wurde.

Im religiösen Kontext wurde die Biene zur damaligen Zeit in Zusammenhang mit der Geschichte um die biblische Person Samson gebracht. In dieser begegnet er einem Löwen, den er mit bloßen Händen zerreißt. Schließlich entdeckt er im Kadaver einen Bienenstock mit allerlei Honig.

Erst rund 150 Jahre später, also im Jahr 1752 wurde die Biene von Nicolas Louis de Lacaille zur Fliege (lat. Musca) umbenannt und mit diesem Namen in den neuen Himmelatlas aufgenommen.

Wieder später wurde sie zu „Musca Australis“ (südliche Fliege) umbenannt, um sie von der „Musca Borealis“ (nördliche Fliege) unterscheiden zu können. Letzteres Sternbild existiert allerdings heute nicht mehr. Seine wenigen Sterne wurden dem Widder zugeordnet.